Zahnarztpraxis am Löwenplatz – was Kinderzähnen guttut

Ein Apfelschnitz hier, ein Schluck Saft da, nachmittags noch ein paar Gummibärchen und Kekse: Kommt Ihnen das bekannt vor? Beim Thema Ernährung und Kinderzähne lohnt sich ein genauer Blick. Denn es ist nicht nur entscheidend, was Kinder essen und trinken, sondern auch wann und wie häufig.

Wenn es um Ernährung und Kinderzähne geht, denken viele Eltern zuerst an Süssigkeiten. Verständlich. Für die Zähne ist aber der Alltag entscheidender als die einzelne Ausnahme. Ein Glace im Sommer oder ein Stück Kuchen am Geburtstag sind nicht das eigentliche Problem. Schwieriger wird es, wenn Kinder ständig zwischendurch snacken, trinken oder an etwas Süssem nippen.

Feste Mahlzeiten

Kinderzähne mögen keine Dauerbeschäftigung (Erwachsenenzähne auch nicht, aber darum geht es heute nicht 😊). Wenn zwischen den Mahlzeiten ständig etwas gegessen wird, haben die Zähne kaum Erholungspausen. Im Mund entstehen dann immer wieder neue Säureangriffe: Bakterien bauen Zucker aus Lebensmitteln und Getränken ab und bilden dabei Säuren. Diese greifen den Zahnschmelz an. Normalerweise kann sich der Zahn danach wieder erholen. Kommt aber ständig Nachschub, fehlt diese Pause – und das Kariesrisiko steigt.

Für Sie als Eltern heisst das nicht, dass alles streng geregelt sein muss. Oft hilft schon eine einfache Veränderung: lieber feste Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten statt ständiges Knabbern nebenbei.

Süsse Getränke vermeiden

Süsse Getränke sind keine harmlose Kleinigkeit, sondern ein echtes Risiko für Kinderzähne. Wer regelmässig Saft, Schorle, Eistee oder andere gesüsste Getränke trinkt, setzt die Zähne immer wieder Zucker und oft auch Säure aus. Wie beim Naschen ist es hier auch besonders ungünstig, wenn Kinder dauernd an Süssgetränken nippen. Dann fehlt den Zähnen die Pause, die sie brauchen, und Karies hat leichtes Spiel. Wasser und ungesüsster Tee sind deshalb ganz klar die beste Wahl.

Tipps für den Alltag

Es sind kleine Gewohnheiten, die viel ausmachen:

  • feste Mahlzeiten und klare Snackzeiten statt ständigen Essens nebenbei
  • Wasser als Standardgetränk 
  • Trinkflaschen nur mit Wasser füllen, wenn Kinder immer wieder daraus trinken
  • süsse Getränke nur selten und nicht zum Dauernippen anbieten
  • Saft, Schorle oder Smoothies besser zu einer Mahlzeit als zwischendurch geben
  • zahnfreundliche Zwischenmahlzeiten wählen, zum Beispiel Gemüse-Sticks, Käse, Naturjoghurt, Brotsticks oder ein belegtes Brot ohne süssen Aufstrich, je nach Alter auch Nüsse 
  • auf klebrige, sehr süsse Snacks wie Gummibärchen, Kekse, süsse Riegel oder Trockenfrüchte verzichten oder nur zu besonderen Anlässen

Wissenschaftliche Studien: Dass das keine übertriebene Vorsicht ist, zeigen auch Studien: Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 macht deutlich, dass früher und häufiger Zuckerkonsum das Kariesrisiko um knapp 60 % erhöht.

Karies ist bei Kindern nicht einfach nur ein kleines Loch im Zahn. Bleibt sie unbehandelt, kann sie Schmerzen verursachen, das Essen und Schlafen erschweren und im schlimmsten Fall zu Entzündungen oder einem Abszess führen. Müssen Milchzähne wegen starker Karies früh entfernt werden, bleibt das nicht ohne Folgen. Die Lücke schliesst sich oft schneller, als man denkt: Nachbarzähne rücken nach, der Platz für die bleibenden Zähne wird knapper, und später stehen Zähne womöglich eng, schief oder brechen an ungünstiger Stelle durch – eine kieferorthopädische Behandlung ist nötig.

Genau deshalb sind gesunde Milchzähne auch für die weitere Entwicklung des Gebisses so wichtig.

Nicht perfekt, sondern alltagstauglich

Zahnbewusste Ernährung ist nicht kompliziert. Es geht auch nicht um Verbote oder darum, jeden Bissen zu kontrollieren. Wenn Sie ein paar einfache Zusammenhänge kennen, können Sie vieles ganz entspannt steuern. Genau das hilft Kinderzähnen am meisten.

Wenn Sie Fragen dazu haben, was für die Zähne Ihres Kindes sinnvoll ist, sprechen Sie uns gern beim nächsten Termin an.

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